Connected Lighting – Beleuchtung als Rückgrat intelligenter Gebäude
Die Anforderungen an Gebäude steigen stetig: Energieeffizienz, Nutzungsflexibilität, Nachhaltigkeitsziele und die Qualität des menschlichen Umfelds müssen gleichzeitig erfüllt werden. Die technische Wirklichkeit bleibt davon jedoch häufig entkoppelt. Systeme operieren in voneinander abgeschotteten Silos, die gewonnenen Daten entfalten nur begrenzten Mehrwert und eine übergreifende Koordination erfordert hohen Aufwand. Die Lösung könnte eine Technologie sein, die überall bereits vorhanden ist: die Beleuchtung.
Die Beleuchtung wird im Gebäudekontext häufig als nachgeordnetes Gewerk behandelt – funktional notwendig, aber selten strategisch positioniert. Dabei besitzt sie eine Eigenschaft, die kein anderes gebäudetechnisches System aufweist: Sie ist flächendeckend präsent. Jeder Raum, jede Nutzungszone und jede Aufenthaltssituation ist mit Licht erschlossen. Diese strukturelle Allgegenwart prädestiniert die Beleuchtung als Träger erweiterter Funktionen und macht sie zur natürlichen Grundlage einer integrierten Gebäudeinfrastruktur. Genau hier setzt Connected Lighting an – ein Ansatz, den Regent Lighting mit der Plattform My Data Analysis konsequent umsetzt und der die klassische Leuchte zur aktiven Komponente eines intelligenten Gebäudes macht.
Von der Leuchte zur digitalen Infrastruktur
Die Steuerung von Licht bleibt zentrales Element, tritt jedoch in den Dienst einer übergeordneten Funktion: der systematischen Erfassung, Verarbeitung und Nutzbarmachung von Gebäudedaten. Grundlage dafür ist eine Sensorik, die Belegungsdaten und Nutzungsintensitäten, Bewegungsprofile und Aufenthaltsdauer, Umgebungsparameter wie Temperatur, Luftqualität und Helligkeit sowie Zustandsinformationen technischer Anlagen kontinuierlich und flächendeckend erfasst. Zentral zusammengeführt und aufbereitet, bilden diese Daten die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen im laufenden Betrieb sowie in der langfristigen Gebäudeentwicklung.
Das Beispiel Serviceplan Group München verdeutlicht, wie selbst ein klar umrissener Anwendungsfall spürbaren Mehrwert erzeugen kann: Bei der europäischen Kommunikationsagentur standen hybride Arbeitswelten mit täglich wechselnden Belegungen im Mittelpunkt. Durch die Erfassung von Präsenz- und Belegungsdaten in Echtzeit finden Mitarbeitende verfügbare Arbeitsplätze schneller, Reinigungsprozesse werden bedarfsgesteuert ausgelöst statt nach festgelegtem Rhythmus. Der Implementierungsaufwand war überschaubar und der operative Nutzen unmittelbar messbar.
Das strukturelle Kernproblem vieler Smart-Building-Konzepte ist jedoch nicht der Mangel an Einzellösungen, sondern deren fehlende Integration. Systeme koexistieren, ohne ineinanderzugreifen – mit der Folge überlappender Infrastrukturen, inkompatibler Datenquellen und begrenzter Steuerbarkeit. My Data Analysis greift genau dieses Problem auf: Indem es eine bereits vorhandene, gebäudeweite Infrastruktur als gemeinsames Fundament nutzt, schafft es eine integrierende Ebene, auf der unterschiedliche Anwendungsfälle zusammenwachsen können – von der Energieoptimierung über das Flächenmanagement bis zur zustandsbasierten Wartung. Das Ergebnis ist kein loses Gefüge additiver Lösungen, sondern ein architektonisch kohärentes System.
Ein Blick auf das Roche «pRED» Center in Basel zeigt, wohin dieser Ansatz führt. Mehr als 13 000 einzeln konfigurierte Leuchten und 2200 intelligente Module bilden dort die sensorische Grundlage eines hochkomplexen Forschungsgebäudes – und ermöglichen gleichzeitig flexible Raumnutzung und effizienten Gebäudebetrieb. My Data Analysis dient hier nicht allein der Flächen- und Energiesteuerung, sondern reicht tief in die Forschungslogistik hinein: Laborgeräte werden lokalisiert, Füllstände überwacht, Equipment-Bewegungen nachverfolgt. Die Beleuchtungsinfrastruktur ist zum zentralen Nervensystem des Gebäudes geworden – ein Beleg dafür, dass Integration keine Frage der Grösse ist, sondern der Konsequenz.
Datenbasierte Effizienz mit Mehrwert für den Menschen
Die Verbindung von Datenerfassung und adaptiver Steuerung schafft konkrete, messbare Optimierungspotenziale. Energie wird bedarfsgerecht eingesetzt und lässt sich um 10 bis 30 Prozent reduzieren. Gleichzeitig ermöglicht eine intelligent gesteuerte Flächennutzung bis zu 30 Prozent mehr nutzbare Fläche – ohne bauliche Erweiterung. In vielen Fällen amortisiert sich die Investition bereits innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Diese Effekte wirken sich unmittelbar auf Betriebskosten, Ressourcenverbrauch und Umweltbilanz aus. Gleichzeitig entsteht eine Datentransparenz, die im Kontext wachsender ESG-Anforderungen zunehmend an operativer und regulatorischer Relevanz gewinnt.
Im Zentrum steht der Mensch. Licht, Raumklima und Flächenverfügbarkeit orientieren sich an realen Nutzungsmustern statt an starren Planungsannahmen. Wege werden kürzer, Prozesse effizienter, die Aufenthaltsqualität steigt spürbar. Die vernetzte Beleuchtung wirkt damit nicht nur als Instrument zur Betriebsoptimierung, sondern kann auch als aktiver Beitrag zur Qualität von Arbeitsumgebungen beitragen.
Perspektive: Das selbstregulierende Gebäude
Die Transformation von Gebäuden beginnt nicht mit einzelnen Technologien, sondern mit einer durchdachten Infrastrukturentscheidung. Mit fortschreitender Digitalisierung werden Systeme stärker vernetzt, Daten intelligenter ausgewertet und Prozesse zunehmend automatisiert – bis hin zu Gebäuden, die Zusammenhänge eigenständig erkennen, Entwicklungen antizipieren und Optimierungen proaktiv vorschlagen. Die Beleuchtungsinfrastruktur bildet dabei das stabile, bereits installierte Fundament, auf dem diese Entwicklung aufbaut. Licht wird damit zu einem strukturprägenden Element moderner Gebäude: im Raum sichtbar, im System wirksam.