Rückschau Forum Smart Home 2026: Smart Home – aber nicht ohne KI

Das Forum Smart Home 2026 hat es klar gezeigt: Der KI-Trend ist längst auch im intelligenten Wohnen angekommen. Doch wo Algorithmen Komfort optimieren, brauchen sie Daten. Davon liefert ein Smart Home zwar reichlich, aber die entscheidende Frage ist nicht mehr, ob KI das Zuhause smarter macht, sondern wie der Schutz sensibler Nutzerdaten mit dem gewonnenen Mehrwert Schritt hält.

Forum Smart Home
Quelle: Electrosuisse

Warum scheitern Smart-Home-Projekte? Mit dieser provokanten Frage eröffnet Jürg Keller von der GDAS AG seinen Vortrag am Forum Smart Home. Die ernüchternde Antwort: nicht an der Vision, nicht an der Technologie, sondern am Fundament. Ein fehlendes oder mangelhaftes Gebäudenetzwerk ist die häufigste Ursache für Nachbesserungen, Systemausfälle und enttäuschte Auftraggeber. Die Lösung liegt in einer langlebigen, professionell planbaren Bustechnologie: KNX. Doch damit nicht genug, die nächste Evolutionsstufe ist bereits gezündet. Der Weg führt von regelbasierter Automatisierung hin zum selbstlernenden Gebäude mit KI-Systemen. Die Schweiz, mit ihrer schweizweit hohen Dichte an KNX-Installationen, verfügt dabei über eine einzigartige Datenbasis – und die reale Chance, zum Vorreiter des Hauses von morgen zu werden.

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Christian Schnider von Smarthub.
Quelle: Electrosuisse

Heutige Realität und Zukunftsmusik

Die Verbindung von Smart Home und KI stand auch im Mittelpunkt des Vortrags von Christian Schnider von Smarthub. Die KI verspricht das Smart Home intuitiver, effizienter und komfortabler zu machen. Der Wandel lässt sich treffend zusammenfassen: vom stummen Befehlsempfänger zum mitdenkenden Partner. Schnider zog dabei eine klare Linie zwischen dem, was heute bereits Realität ist, und dem, was vorerst Zukunftsmusik bleibt.

Katrin Blattner-Kempin von der Supercomputing Systems AG schärfte den Blick mit einer ebenso einfachen wie treffenden Frage: Wie klug ist ein Smart Home wirklich? Ihr praxisorientierter Überblick beleuchtete den aktuellen Stand der Technik: welche lernenden Systeme und Szenarien bereits alltagstauglich sind, wo technische Hürden den Fortschritt bremsen und welche Rolle KI künftig in der Planung übernehmen kann. Ergänzend zu den Vorträgen wurden in der anschliessenden Podiumsdiskussion die zuvor präsentierten Praxisbeispiele vertieft.

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Ernst Grassmann von Braintop.
Quelle: Electrosuisse

Daten und deren Schutz

Moderne Smart Homes erfassen eine Vielzahl sensibler Daten, und genau darin liegt ein zweischneidiges Schwert: Komfort auf der einen, Risiko auf der anderen Seite. Olivier Steiger von der HSLU analysierte in seinem Referat die Schwachstellen vernetzter Gebäude wie auch die verfügbaren Schutzmassnahmen. Ernst Grassmann von Braintop ergänzte mit einem ebenso kurzweiligen wie inhaltlich fundierten Vortrag – mit der nötigen Prise Witz zum ernsten Thema. Er zeigte konkret, wie sich Angriffsflächen durch saubere Netzwerkarchitektur, konsequente Segmentierung, Verschlüsselung, sicheren Standards und regelmässige Updates systematisch reduzieren lassen.

Der Spagat zwischen Komfort und Sicherheit bleibt anspruchsvoll, doch das Forum Smart Home 2026 lieferte eine eindrückliche Antwort: Vernetzte Gebäude mit intelligenten Systemen lassen sich trotz realer Risiken sicher, effizient und zukunftsfähig realisieren. 

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