Energieverbrauch transparent gemacht

Die Energiewende macht nicht Halt vor den eigenen vier Wänden. Immer mehr Einfamilienhäuser verfügen heute über Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladelösungen für E-Autos. Doch die Vielzahl an Systemen führt oft zu einer unübersichtlichen Datenlage: Wie viel Energie produziert die eigene PV-Anlage tatsächlich? Wie hoch ist der Eigenverbrauchsanteil? Und an welchen Stellen entstehen vermeidbare Stromkosten? Genau an dieser Schnittstelle zwischen Technik und Alltag haben drei Studierende der ABB Technikerschule angesetzt – mit einer praxisnahen Lösung, die Effizienz und Transparenz ins Smart Home bringt.

Energie
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Im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der ABB Technikerschule entwickelten Yves Huwyler, Marco Waltenspühl und Marco Wunderlin eine Open-Source-Lösung zur Energieverbrauchsanalyse für die Firma Ruther AG, ein Unternehmen, das sich auf Elektroinstallationen und Automationslösungen mit Loxone spezialisiert hat.

Ziel war es, den Energiefluss in einem Einfamilienhaus detailliert sichtbar zu machen und daraus leicht verständliche Berichte zu generieren. Dazu wurden Daten aus dem Loxone-System extrahiert und auf einem eigens entwickelten Energiereport-Server gespeichert. Aus diesen Daten wurden automatisiert präzise Energieberichte generiert, die für die Hausbesitzer echten Mehrwert schaffen.

Ein neuer Ansatz für das Energiemanagement im Smart Home

Die Lösung nutzt eine Kombination aus Node-Red, InfluxDB und Python, um die Energieproduktion und den Verbrauch in einem Gebäude zu erfassen und in monatlichen Berichten übersichtlich darzustellen. Diese Entwicklung, basierend auf CasaOS, wird auch in künftigen Automationsprojekten der Firma Ruther AG eingesetzt werden. Die Berichte beinhalten zentrale Kennzahlen wie:

  • Energieverbrauch
  • PV-Produktion
  • Netzbezug und Netzeinspeisung
  • E-Mobilität
  • Eigenverbrauchsquote der erzeugten Energie
  • Einsparungen

Diese Open-Source-Lösung demonstriert eindrücklich, dass verschiedene Softwaretools wie Node-Red und InfluxDB effektiv zur Erfassung und Analyse von Energieverbrauchsdaten eingesetzt werden können, ohne auf teure Softwarelizenzen angewiesen zu sein.

Die entwickelte Lösung bringt Transparenz in den Energieverbrauch eines Haushalts und ermöglicht es, den Eigenverbrauch zu optimieren und Energiekosten zu senken. Dank der präzisen Auswertungen können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen fundierte Entscheidungen über ihre Energieversorgung treffen.

Transparenz mit Zukunft

Der Nutzen dieser Entwicklung liegt auf der Hand: Nutzer erhalten einen klaren Überblick über ihre Energieflüsse und können gezielt Massnahmen ergreifen, um ihre Eigenverbrauchsquote zu erhöhen und Energiekosten zu senken. Für die Ruther AG eröffnet sich die Möglichkeit, die Lösung direkt in künftige Automationsprojekte einzubinden und so ihr Angebot im Bereich Smart Home weiter auszubauen.

Der Blick in die Zukunft zeigt: Mit zunehmender Verbreitung von erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und Elektromobilität wächst der Bedarf an intelligenten Systemen, die alle Energieflüsse miteinander verknüpfen. Projekte wie dieser Energiereport sind ein wichtiger Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und Kostentransparenz im Alltag – und beweisen, dass praxisorientierte Weiterbildungen echte Innovationen hervorbringen.

abbts.ch