Dimensionierung im Verteiler: Welcher Querschnitt bei 63-A-Einspeisung?
Die korrekte Verdrahtung innerhalb einer Schaltgerätekombination (SGK) führt oft zu Diskussionen. So erreichte unsere Electrosuisse-Experten folgende Frage.
Frage
Mit welchem Leiterquerschnitt muss ein Verteiler verdrahtet werden, der über eine 63-A-Einspeisung, einen 32-A-Abgang mit FI/LS sowie 14 weitere 13-A-Abgänge mit FI/LS verfügt? Gibt es einen Normenverweis oder eine Hilfestellung, in welchem das korrekte Vorgehen praxisnah beschrieben wird?
Antwort
Diese Frage betrifft die SN EN 61439, welche als SNR 461439 «Installationsverteiler bis 125 A für die Bedienung durch Laien (DBO)» auch in der Schweiz gilt. Da die Leiterdimensionierung im Prinzip gleich behandelt wird wie in der NIN, wird man auch hier in den Tabellen in Kapitel 5.2.3 fündig.
Massgebend für die Auswahl eines Leiterquerschnitts sind in erster Linie der Leiterbelastungsstrom und die Verlegeart. Man muss sich immer die Frage stellen: Welcher Strom wird in einem Leiter maximal erwartet? Weiter müssen aber auch die Häufung, der Gleichzeitigkeitsfaktor und die Umgebungstemperatur berücksichtigt werden, denn mit einer sinnvollen Anordnung der Verdrahtung ist eine Reduktion des Querschnitts möglich. In der Praxis wird jedoch klar empfohlen, die Leiter anhand des vorgeschalteten Überstromunterbrechers zu dimensionieren, in diesem Fall 63 A. Als Referenz-Verlegeart kann in den meisten Fällen B1 herangezogen werden. Achtung: Die Umgebungstemperatur wird in Schaltgerätekombinationen (SGK) grundsätzlich mit 40 °C angenommen. Betrachtet man nun die Tabelle 5.5.1.1 in der SNR 461439, muss für dieses Beispiel mit maximal 63-A-Belastung pro Aussenleiter in der Verlegeart B1 also ein Mindestquerschnitt von 16 mm2 gewählt werden. Ein gutes Hilfsmittel für die Planung und Prüfung einer SGK ist das «Handbuch Schaltgerätekombinationen».