Strategie und Lösungen zur Optimierung der Energieautarkie
Unternehmen setzen zunehmend auf erneuerbare Energien, um unabhängiger vom Stromnetz zu sein und ihre Nachhaltigkeit zu erhöhen. Die Optimierung der Energieautarkie spielt dabei eine zentrale Rolle. Dieser Beitrag zeigt auf, welche Strategien und Massnahmen Unternehmen ergreifen können, um ihren Autarkiegrad wirtschaftlich, ökologisch und technisch sinnvoll zu steigern, illustriert am Beispiel einer Diplomarbeit von Studierenden der ABB Technikerschule.
Energieautarkie bezeichnet den Anteil des Energiebedarfs, den ein Gebäude, ein Unternehmen oder eine Gemeinschaft selbstständig, ohne externe Energiequellen, deckt. Je höher der Autarkiegrad, desto unabhängiger ist man von Stromversorgern und von steigenden Energiepreisen.
Eine hohe Energieautarkie trägt nicht nur zur langfristigen Versorgungssicherheit bei, sondern steigert auch die Nachhaltigkeit, da in der Regel auf erneuerbare Energien wie Solarstrom gesetzt wird. Sie bietet wirtschaftliche Vorteile, indem Energiekosten gesenkt und Einnahmen durch überschüssige Energie möglich werden. Zudem stärkt sie das Image von Unternehmen und Institutionen als zukunftsorientierte und umweltbewusste Akteure.
Wege zur Energieautarkie: Praxisnahe Strategien
Im Rahmen einer Diplomarbeit von Studierenden der ABB Technikerschule wurde eine detaillierte Analyse zur Optimierung der Energieversorgung und Verbesserung der langfristigen Versorgungssicherheit durchgeführt. Dazu wurden verschiedene Varianten zur Steigerung der Energieautarkie und des Eigenverbrauchs erarbeitet und anhand technischer, ökonomischer und ökologischer Kriterien bewertet.
Zusammenschluss der umliegenden Gebäude
Ein wesentlicher Aspekt ist die Zusammenführung benachbarter Gebäude zur gemeinsamen Nutzung von Solarstrom. Bei der Betrachtung der Modelle wurde zwischen dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und der Gründung einer lokalen Energiegemeinschaft (LEG) unterschieden. Der ZEV erfordert einen zentralen Netzanschluss für angrenzende Gebäude, während die LEG auch räumlich getrennte Gebäude einbindet, ohne bauliche Veränderungen vorzunehmen. Die LEG bietet damit mehr Flexibilität, da jedes Gebäude dezentral angeschlossen bleibt.
Optimierung der Batteriespeicher
Die Untersuchung umfasste die Nutzung des Batteriespeichers mit einer nutzbaren Kapazität von 275 kWh zur effizienten Speicherung von überschüssigem Strom und zur Maximierung des Eigenverbrauchs. Zudem wurde die Möglichkeit geprüft, die Batterie für die Bereitstellung von Regelenergie gegen Entgelt zu nutzen. Diese Option kann zwar zusätzliche Einnahmen generieren, senkt jedoch den Autarkiegrad erheblich. Daher sollte diese Option nur in Betracht gezogen werden, wenn die wirtschaftlichen Aspekte der Nachhaltigkeit und Netzunabhängigkeit überwiegen.
Visualisierung der Stromflüsse
Im Rahmen der Evaluierung wurde zudem eine Lösung zur Visualisierung der Stromflüsse in Echtzeit geprüft. Die Lösung von Peakboard stellte sich dabei als die beste Option dar. Die Visualisierung kann als Marketinginstrument genutzt werden, um die Effizienz der umgesetzten Massnahmen transparent darzustellen.
Fazit
Die Studierenden der ABB Technikerschule haben für die Meierelektro AG einen detaillierten Optimierungsplan für die Energieversorgung erstellt. Die durchgeführte Nutzwertanalyse hat ergeben, dass die Gründung einer LEG in Kombination mit der Optimierung der Batteriespeicher die beste Lösung darstellt. Diese Variante bietet flexible und wirtschaftliche Möglichkeiten, die Energieautarkie signifikant zu steigern. Durch eine Echtzeit-Visualisierung kann das Unternehmen zudem seine Energieeffizienz weiter verbessern und potenziellen Partnern seine Fortschritte präsentieren. Die Entscheidung über die Umsetzung der Massnahmen trifft nun die Meierelektro AG.